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9603Nackt ein Genius ohne Flügel, faunenartig ohne Thierheit,
9604Springt er auf den feſten Boden, doch der Boden gegenwirkend
9605Schnellt ihn zu der lufti〈: ’〉gen Höhe und im zweiten dritten Sprunge
9606Rührt er an das Hochgewölb.
9607Ängſtlich ruft die Mutter: ſpringe wiederholt und nach Belieben,
9608Aber hüte dich zu fliegen, frey〈: i〉er Flug iſt dir verſagt.
9609Und ſo mahnt der treue Vater: in der Erde liegen Kräfte〈: liegt die Schnell{e}〈: Schnellkraft〉〉
9611Wie Enceladus〈 mon zS〉 der Mächt’ge〈: der Erdenſohn Antäus vorschl zS〉 biſt du alſobald geſtärkt.
9613Zu den〈: dem〉 andern und umher ſo〈, erg〉
wie ein Ball geſchlagen ſpringt〈: ſchnellt vorschl G verw G〉.
9614Doch auf einmal in der Spalte rauher Schlucht iſt er verſchwunden,
9615Und nun ſcheint er uns verloren. Mutter jammert, Vater tröſtet,
9616Achſelzuckend ſteh ich da. Doch nun wieder, welch Erſcheinen.
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9617Liegen Schätze dort verborgen? blumenſtreifige Gewande
9618Hat er würdig angethan.
9619Quaſten ſchwanken von den Armen, Binden flatt[ern] um den Buſen,
9620In der Hand die goldne Leyer, völlig wie ein kleiner Phöbus〈: Phöbos : Phöbus wdhst〉
9622Und die Eltern für〈: vor〉 Entzücken werfen wechſelnd ſich ans Herz.
9625Und ſo regt er ſich gebärdend, ſich als Knabe ſch[on] verkündend
9626Künftigen Meiſter alles Schönen, dem die ewigen Melodieen
9627Durch die Glieder ſich bewegen; und ſo werdet ihr ihn hören,
9628Und ſo werdet ihr ihn ſehn zu einzigſter Bewunderung.